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06.05.2022, 15:59 Uhr
Informationspolitik des Grünflächenamtes ist ausbaufähig!

Der Frühling hat im Frankfurter Stadtwald Einzug gehalten und überall blüht und grünt es. Aber der Frühling bringt auch einige unliebsame Besucher mit sich wie z. B. den Eichenprozessionsspinner, dessen Brennhärchen beim Menschen heftige Reaktionen wie Atembeschwerden, Reizungen der Augen und andere allergische Reaktionen hervorrufen können.

Christian Becker

„Die Notwendigkeit, gegen die Larven zum geeigneten Zeitpunkt mit biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln vorzugehen, zweifeln wir nicht an, aber die Art und Weise, wie über diese Maßnahmen im Vorfeld informiert wird, sehr wohl“, konstatiert der Vorsitzende der CDU Oberrad, Ortsvorsteher und Stadtverordneter Christian Becker, „zumal genau diese Thematik bereits letztes Jahr zu Unmut in der Bevölkerung führte.“

Im vergangenen Jahr wurde u.a. der Stadtwald und der Waldfriedhof Oberrad durch das Grünflächenamt mit dem Insektizid Dipel ES, Bacilus thuringiensis, besprüht. Entsprechende Informationen waren an den Eingängen des Waldfriedhofes ausgehängt, zusätzlich wurde zwar in der Presse, im Radio und über Social Media über die Maßnahme informiert – nur die direkten Nachbarn wurden davon nicht in Kenntnis gesetzt.

„In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Reitstall von Nordheim, wo Kinder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Tiere dem feinen Sprühnebel ausgesetzt waren und mangels Vorkenntnis keine schützenden Maßnahmen getroffen werden konnten, wie z.B. Trinkbehälter und Wasserbecken abzudecken“, so Becker weiter. „Die Verärgerung an dieser Stelle war absolut verständlich und es wurde zugesichert, zukünftig die Anwohnerinnen und Anwohner mit Wurfsendungen in den Briefkasten vorab über die Maßnahmen in Kenntnis zu setzen. Trotz dieser Zusage ist dies nicht passiert.“

Mehr noch: Die Sprühaktion aus der Luft, die am 05. Mai 2022 im Bereich des Waldfriedhofs Oberrad durchgeführt worden ist, wurde am 02. Mai 2022 lediglich auf der Website der Stadt Frankfurt angekündigt. In der Presse wurde am 03. bzw. 05. Mai 2022 darüber berichtet, allerdings ohne Nennung eines Datums. Eine Information auf den Social-Media-Kanälen fehlte völlig, ebenso wie die im vergangenen Jahr angekündigte Wurfsendung für die Anwohnerinnen und Anwohner.

„Wir möchten nicht anzweifeln, dass es sich um ein biologisches Präparat handelt, das von anderen Lebewesen abgesehen von den Larven des Eichenprozessionsspinners gut vertragen wird; nichtsdestotrotz handelt es sich um ein Mittel, das ein Lebewesen abtötet“, betont Christian Becker. „Ob empfindliche Menschen oder Tiere durch einen Kontakt mit diesem Mittel gefährdet sind, kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden – gerade wenn dieses in Tränken oder Wasserbecken gelangt und mit dem Wasser aufgenommen wird. Die zugesagte Informationspolitik einzuhalten, wäre das Mindeste gewesen.“

Wie zu lesen war, soll nicht nur eine Besprühung der Bäume aus der Luft erfolgen, sondern auch der Waldboden entsprechend behandelt werden. Hier wäre es wünschenswert, dass die Bevölkerung mit entsprechendem Vorlauf informiert wird, damit Hundebesitzer die betroffenen Bereiche in dieser Zeit meiden können.